Phosphorgranatenfund im Wald bei Zerf löst stundenlangen Großeinsatz aus

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Zerf/ Weiskirchen. Zu einem ungewöhnlichen und seltenen Einsatz kam es am Abend im Hochwald. Am Dienstagabend gegen 17 Uhr bemerkte ein Autofahrer neben der Landstraße 151 zwischen Zerf und Weiskirchen eine starke Rauchentwicklung und setzte den Notruf ab. Bedingt durch die Örtlichkeit im Wald wurde der Notruf an die Leitstelle Winterberg in Saarbrücken geleitet, obwohl die Grenze zum benachbarten Saarland noch etwa zwei Kilometer vom Brandort entfernt ist. Umgehend rückte die Feuerwehr aus dem saarländischen Weiskirchen und Konfeld mit dem Stichwort „Flächenbrand“ aus. Vor Ort stellte die Wehrleitung fest, dass sich die Einsatzstelle jedoch in Rheinland- Pfalz befindet und so wurde zusätzlich die Feuerwehr Zerf alarmiert.
Dennoch begannen die saarländischen Kräfte umgehend mit den Löschmaßnahmen. Aus dem Erdreich an einem Baumstamm traten Flammen aus und es kam zu einer starken Rauchentwicklung. Doch wussten die Einsatzkräfte gleich, dass es sich hier nicht um einen eigentlichen Waldbrand handeln kann. Unterdessen sind die Kollegen aus Zerf und der stellvertretende Wehrleiter der VG Kell am See Helge Schmitt an der Einsatzstelle eingetroffen. „Wir wurden mit dem Stichwort Flächenbrand groß an die L 151 alarmiert. Vor Ort stieg aus dem Erdboden starker Rauch auf“, so der Einsatzleiter der VG Kell. Die Einsatzstelle wurde von der Feuerwehr Weiskirchen/ Konfeld an die Kollegen aus Zerf übergeben. Lediglich die Polizei Nordsaarland sperrte die Landstraße ab der Kreuzung in Richtung Waldweiler.

Am Brandort war dann schnell klar, dass es sich wohl um eine Phosphorgranate handeln muss. „Wir haben der Leitstelle in Trier eine Rückmeldung gegeben und gebeten, dass der Kampfmittelräumdienst hier tätig werden muss“, so der stellv. Wehrleiter Helge Schmitt. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr bauten einen Brandschutz auf und stellten Sandsäcke bereit. Weiterhin rollte ein Traktor mit Sand an.

Es brauchte etwa 1,5 Stunden bis Frank Bender vom Kampfmittelräumdienst Rheinland- Pfalz an der Einsatzstelle eintraf. Er machte sich sogleich an die Arbeit. Mit einer Schaufel legte er die Granate zunächst einmal frei. „Der Brand wurde durch eine amerikanische Phosphor- Handgranate verursacht. Der Körper war durchgerostet. die große Hitze hat zum Brand geführt. Folglich ist der weiße Phosphor ausgetreten, hat mit der Luft reagiert und hat zum Brand geführt.“ erklärt der Spezialist. Immer wieder stieg starker, dichter Qualm auf und versperrte die gesamte Sicht. Die Einsatzkräfte sollten sich aus dem Gefahrenbereich bringen. Der Fachmann des Kampfmittelräumdienstes brauchte schon eine Zeit lang, bis der den Handgranatenkörper bergen konnte. „Der Handgranatenkörper wurde zunächst einmal geborgen und in Sand verpackt. Die Phosphorreste wurden in ein Sandbett gelegt und in einer Tonne sicher verpackt.“, so Frank Bender.
Nachdem die Granate geborgen war, transportierte die Feuerwehr die Tonne ab. „Wir haben nun die Überreste sicher verpackt und werden diese dann am nächsten Tag fachmännisch entsorgen.“, so Einsatzleiter Helge Schmitt. Die Brandstelle wurde mit weiterem Sand zugeschüttet und mit viel Wasser noch bedeckt.
Nach mehr als vier Stunden war der Einsatz an der L 151 beendet und die Strecke konnte wieder gegen 21 Uhr für den Verkehr freigegeben werden.
Im Einsatz waren etwa 50 Kräfte der Wehrleitung und Feuerwehr Weiskirchen/ Konfeld, der stellv. Wehrleiter VG Kell am See sowie die Feuerwehr Zerf. Weiterhin die Polizei Nordsaarland und Saarburg sowie der Kampfmittelräumdienst aus Koblenz.

(Blaes)

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