Großeinsatz in Kordel: Waffen und Sprengstoff werden bei „Reichsbürger“ sichergestellt

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Kordel. Einen solchen Einsatz hat Kordel auch noch nicht erlebt. Seit 7 Uhr ist einiges in dem 2200 Einwohnerort an der Kyll los. In Jahrelanger Vorarbeit wurden am Donnerstag Wohn- und Geschäftsräume in Kordel, sowie Lagerstätten im Landkreis Bitburg- Prüm und dem Saarland eines ortsansässigen Waffen- und Sprengstoffhändlers durchsucht. Voraus ging ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts in Koblenz im Dezember 2018, dass “Reichsbürger“ generell als „waffenrechtlich unzuverlässig“ gelten.
Nach Ausschöpfung aller Rechtsmittel wurden am heutigen Donnerstag Untersuchungsbeschlüsse des Verwaltungsgerichts Trier durchgesetzt. Auf mehrmaligen Aufforderungen zur Abgabe der Waffen, Munition und Sprengstoffe, ist der Waffenhändler nicht nachgekommen.
Die Polizei leistete mit zahlreichen Kräften Vollzugshilfe an vier Durchsuchungsobjekten. Der Inhaber des Waffengeschäftes verfügte sowohl über waffenrechtliche Erlaubnisse privat und gewerblich. Darüber hinaus war er auch im Besitz der Erlaubnis für den Handel mit Sprengstoffen. Aufgrund des Urteils wurde die Erlaubnis hinfällig. Ein umfassendes Waffenbesitzverbot wurde ausgesprochen.
Vor dem Hintergrund der Reichsbürgerproblematik und der großen Menge an Waffen und Sprengstoffen, die teilweise an verschiedenen Orten lagerten, wurde durch die Kreisverwaltung und die SGD Nord, die Polizei um Vollzugshilfe gebeten. Aus Gründen der Gefahrenabwehr und der öffentlichen Sicherheit erfolgte der Zutritt zu den Gebäuden mit Spezialeinheiten der Polizei.
Doch schon am frühen Morgen zeigte sich der Waffenhändler kooperativ und gewährte ohne Probleme Zutritt in alle Räumlichkeiten. Der Sammelpunkt für alle Einheiten war das Feuerwehrgerätehaus und Bürgerhaus in Kordel. Hier wurde der gesamte Einsatz koordiniert.
Im Verlauf des Vormittags wurden in der Ehrangerstraße schließlich Ampelanlagen aufgestellt und eine einspurige Verkehrsführung in die Wege geleitet. Hier wurde im weiteren Verlauf ein großer Container vor dem Anwesen abgestellt. Das DRK baute ein Zelt auf. Hier wurden nach und nach die Waffen und Sprengstoffe aus dem Haus getragen und erstmalig gesichtet. Gleiches Bild in der Hauptstraße. Kräfte der Feuerwehr wurden hinzugezogen, um die Fachkräfte bei den Räumungen zu unterstützen. Unter Polizeischutz wurden schließlich die vorgefundenen Waffen, Munition und Sprengstoffe zu einer Räumlichkeit gefahren und einzeln gesichtet und registriert. Darüber hinaus wurden auch weitere Unterlagen und Datenträger sichergestellt.
Bis zum späten Abend wurden über 100 Waffen, sowie Sprengstoffe sichergestellt. Nach Einbruch der Dunkelheit wurden die Arbeiten abgebrochen. Am morgigen Freitag werden diese wieder aufgenommen. Der ehemalige Waffenhändler wurde nicht festgenommen.
Im Einsatz waren mehr als 100 Kräfte der Polizei, Kriminalpolizei, Spezialeinheiten der Polizei, Spürhunde der Polizei, Waffenexperten der Polizei. Mitarbeiter des Ordnungsamtes, der Kreisverwaltung Trier- Saarburg, der SGD Nord/ Gewerbeaufsicht Trier. Weiterhin die FEZ und Wehrleitung VG Trier- Land, der KFI, die Feuerwehren aus Kordel, Newel, Zemmer und Welschbillig. Das DRK Schweich und Föhren.

(Blaes)

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