Großeinsatz der Superlative: 600 Einsatzkräfte bei größter Evakuierung des Landkreises in Konz nach Bombenfund, alles verläuft reibungslos

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Konz. Es ist der größte Einsatz des Landkreises Trier- Saarburg den es jemals gab, so ist sich der Pressesprecher des Kreises Thomas Müller sicher. Nachdem am Donnerstag in der Konzer Stadtmitte eine Fliegerbombe aus dem 2. Weltkrieg gefunden wurde, wurde diese am heutigen Sonntag vom Kampfmittelräumdienst entschärft. 6.600 Menschen mussten in einem Radius von 1000 Meter um die Fundstelle evakuiert werden.

Es ist 6 Uhr am Sonntagmorgen. Die ersten Kräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst beziehen ihr Lagezentrum im Kloster Konz- Karthaus. Dort positionierte sich der große ELW2 (Longuich)  und der kleine ELW1 (Schillingen) vor den Klostermauern. In den Räumlichkeiten des alten Klosters wurden bereits ein Tag zuvor die notwendigen Arbeiten zur Steuerung des Großeinsatzes eingerichtet. Für den bevorstehenden Spritverbraucht hat die Firma Bast aus Konz 1000 Liter Diesel bereit gestellt.

Es ist noch dunkel in Konz, die Rollläden der betroffenen Häuser sind unten. Auf Anweisung der Stadt Konz sollen diese auch noch so lange unten bleiben, bis die Entschärfung zu Ende ist. Nach und nach rollen schließlich zahlreiche Rettungs- und Krankenwagen am Lebenshilfewohnheim und dem Seniorenheim „Zur Buche“ an. 86 Bewohner der Lebenshilfe müssen evakuiert werden. 55 der Bewohner kommen im DRK Seniorenheim vorrübergehend unter. Alle anderen werden von Verwandten abgeholt, kommen in eine Einrichtung in Longuich unter oder unternehmen einen Tagesausflug. Schwieriger ist die Arbeit des Rettungsdienstes am Seniorenheim. Viele Bewohner müssen liegend transportiert werden. 179 Heimbewohner müssen von den Rettungskräften „Zur Buche“ nach Konz- Roscheid oder in die Schulturnhalle gebracht werden. In beiden Wohnheimen, sind am heutigen Sonntag doppelt so viele Angestellte im Dienst, als üblich. So wird eine reibungslose Evakuierung gewährleistet. Es braucht schließlich bis fast 12 Uhr Zeit, bis alle Menschen aus den Heimen mit den RTW´s und KTW´s weggebracht wurden.Zeitgleich sind weitere Rettungskräfte damit beschäftigt in der Evakuierungszone mehr als 40 Menschen, die Gehbehindert sind zu evakuieren.

Es ist 9 Uhr. Die Einfahrtsstraßen nach Konz werden durch die Polizeikräfte gesperrt. Ab jetzt dürfen nur noch Menschen die Stadt verlassen, aber nicht mehr in die Evakuierungszone einfahren. Auf dem Marktplatz versammeln sich zahlreiche Polizeikräfte, um im weiteren Verlauf die Häuser fußläufig aufzusuchen. Die Kräfte der Feuerwehr und des THW versammeln sich am Kloster Karthaus. Nach einer großen Lagebesprechung beginnt nun auch für die Feuerwehr ihre eigentliche Arbeit. 82 Straßen müssen nun abgegangen werden. Die Einsatzkräfte klingeln ab 11 Uhr an jeder Haustüre.

Um 11 Uhr fahren auch Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr mit Lautsprecherdurchsagen durch die Straßen und fordern die Menschen auf, nun tatsächlich die Stadt zu verlassen. In der Notunterkunft an der Schule in Konz sind unterdessen weit mehr als 200 Menschen eingetroffen. Es geht ihnen gut. DRK und Malteser versorgen die Menschen mit Essen und Trinken. Das Spielmobil Konz hat für die Kinder eine große Spielecke eingerichtet. Die letzten Menschen verlassen mit ihren Autos und gepackten Koffern das Evakuierungsgebiet.

Um 11:30 Uhr gibt es die erste Rückmeldung, das alles nach Plan läuft. Keine Menschen befinden sich in der Zone und die Türen bleiben zu. Und in der Tat, die Straßen und Parkplätze sind. Immer wieder treffen sich die Leitungsteams der jeweiligen Organisationen zu Lagebesprechungen im Kloster.

Um 12:30 Uhr wird schließlich die B 51 komplett gesperrt. Die Moselradwege und die Schifffahrt auf der Mosel gesperrt. Ein Hubschrauber kreist über der Stadt und bewacht alles von oben. Der VG- Bürgermeister Joachim Weber macht sich an der Fundstelle nochmals ein Bild von der Bombe. Die Fachmänner sind startbereit.

Um 13 Uhr haben sich alle Kräfte der Hiorgs zurück gezogen in ihre Bereitstellungsräume. Der Rettungsdienst steht größtenteils in Könen am Edeka. Markt und stärkt sich nun einmal. Polizeihubschrauber in der Luft und die Kräfte auf dem Boden geben grünes Licht.

13:10 Uhr die Entschärfung durch ein vierköpfiges Team des Kampfmittelräumdienstes hat begonnen. Gespannte Erwartung, wann die erlösende Nachricht kommt.

Um 13:53 Uhr: Die Bombe ist entschärft! Das Team braucht 43 Minuten zur Entschärfung. Applaus in allen Räumlichkeiten der Notunterkunft und des Lagezentrums. Alle Straßen, die Mosel und Bahnstrecken sind wieder für den Verkehr freigegeben. Die Einsatzleitung und der VG- Chef danken allen Helfern für ihren Einsatz.
Doch beendet ist dieser noch lange nicht. Bis zum Abend werden die Bewohner nach und nach wieder in ihre Heime zurückgebracht.

Im Einsatz waren:
DRK TR- SAB: Führung, OrgL, LNA, DRK OV aus Ehrang, Schweich, Saarburg, Konz, Hochwald, Ruwertal, Kell. Malteser aus Föhren, Kenn, Konz, Oberemmel, Schöndorf, Waldrach.
DRK BIT- PRÜ: Speicher, Bitburg, Prüm und Arzfeld.
DRK BKS- WILL: Wittlich und Traben- Trabach
Malteser BKS- WILL: Wittlich und Piesport
Gesamt mit 160 Kräften und 64 Fahrzeugen
Feuerwehr: TEL Trier- Saarbrug und Bitburg- Prüm, Wehrleiter und KFI, Ffw Kanzem, Köllig, Konz, Könen, Hamm, Nittel, Wasserliesch, Wellen, Wiltingen, Oberemmel, Oberbillig
THW: OV aus Hermeskeil, Saarburg und Trier
Gesamt mit 211 Einsatzkräfte und 31 Fahrzeugen
Landes- und Bundespolizei mit 150 Einsatzkräfte
Kräfte von Kreisverwaltung TR- SAB, Stadt Konz, SWT,RWE, LBM und DB

 

Ich danke ausdrücklich allen Einsatzkräften für ihre unermüdliche, teils freiwillige Arbeit! Und danken möchte ich den Verantwortlichen für die Pressebetreuung vor Ort. So konnte ich mit der Kamera viele Eindrücke und gewinnen! Danke.

(Blaes)

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