Großbrand in Saarburg: VG- Verwaltung in Vollbrand, meterhohe Flammen, 340 Einsatzkräfte, stundenlanger Einsatz

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Saarburg. Ausnahmezustand am Sonntagabend in Saarburg. Im Herzen der Stadt kam es zu einem Brandereignis „wie es so noch nicht da gewesen ist“ ist sich Jürgen Dixius sicher. Um 18:46 Uhr gehen gleich mehrere Anrufe bei der Leitstelle Trier über eine Rauchentwicklung an der Verbandsgemeindeverwaltung am Schlossberg in Saarburg ein. Es brauch nicht lange bis die ersten Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr an der Verwaltung eintreffen. „Plötzlich ging alles schnell. Innerhalb von Sekunden schlugen die Flammen aus dem Dach“, erzählt eine Fußgängerin auf der Saarbrücke. Der Dachstuhl des großen Gebäudes stand in Vollbrand. Es wurde Großalarm für sämtliche Wehren ausgelöst. Immer weiter breiten sich die Flammen aus. Schnell ist die erste Drehleiter vor Ort und beginnt mit den Löscharbeiten von außen. Feuerwehrtrupps dringen auch von Innen ein, jedoch ist ein löschen nicht lange im Innenangriff möglich, denn es besteht hohe Einsturzgefahr.
Im Laufe der Zeit treffen immer mehr Feuerwehren, auch aus dem benachbartem Saarland und den Nachbarverbandsgemeinden in Saarburg ein. Die Fußgängerzone am Wasserfall wird von der Polizei teilweise geräumt und evakuiert. Durch die engen Straßen rollen die Einsatzfahrzeuge an. Strahlrohe kommen von außen zum Einsatz. Dabei wird auch eine Terrasse eines danebenstehenden Hauses zum löschen benutzt. Im Laufe der Löscharbeiten kommen 5 Drehleiter zum Einsatz. Der Energieversorger klemmt die Stromleitungen ab, um Funkenflug zu verhindern. Derweil wird die komplette Innenstadt für den Verkehr durch die Polizei voll gesperrt. Ein Messfahrzeug kommt zum Einsatz um die Schadstoffwerte in der Luft regelmäßig zu messen. Anwohner wurden über die Warnapp Nina und über das Radio aufgefordert ihre Fenster und Türen zu schließen und Lüftung abzuschalten. Während der Löscharbeiten stürzten erste Teile des Daches ein. Unter schwerem Atemschutz dringen jetzt nur noch Einsatzkräfte in das brennende Haus ein, um Wasser- und Gasleitungen im Kellerbereich zu schließen. „Der Einsatz lief sehr schnell und gut koordiniert an. Im Laufe der Löschmaßnahmen wurde ein Feuerwehrmann verletzt und kam in ein Krankenhaus“ so der VG Chef Dixius. Etwa eine Stunde später waren die meterhohen Flammen durch das Löschwasser erstickt, der Brand jedoch noch lange nicht gelöscht. Der Landrat des Kreises Trier- Saarburg machte sich ebenfalls ein Bild von der Lage. „Ich danke jetzt schon allen Einsatzkräften für die professionelle Zusammenarbeit“, so Günther Schartz. Zum Anbruch der Dunkelheit wurde das THW zur technischen Unterstützung angefordert. Große Lichtmasten wurden zum Ausleuchten der Einsatzstelle aufgebaut. Weiterhin kam ein Fachmann des THW zum Einsatz, der die Statik überprüfte.
Zahlreiche Einsatzkräfte von DRK und den Maltesern kamen zur Einsatzstelle um die Feuerwehrkräfte mit Essen und Trinken zu versorgen. Um eine konstante Wasserversorgung aufrecht erhalten zu können wurde von der Saar eine mehr als 1300 Meter lange Schlauchleitung durch den Wasserbeförderungszug Süd aufgebaut. Mit einer Drohne und der Wärmebildkamera wurde sich ein Bild des Ausmaßes von oben gemacht.
„Ich habe die Mitarbeiter der Verwaltung informieren lassen, das am Montag nicht gearbeitet werden kann. Wie es in den anschließenden Tagen, Wochen ja Monaten weiter gehen wird, ist momentan völlig unklar“ erklärt der VG- Bürgermeister bestürzt. Im Dachbereich lagerten Unterlagen des Archives und waren mehrere Büroräume, darunter das Zimmer des Bürgermeisters. Weiterhin sollten dort zur Fusion mit der VG Kell am See ebenfalls die Büroräume entstehen. Auch Martin Alten VG Bürgermeister Kell am See kommt zur Einsatzstelle und bietet seinem Amtskollegen sogleich Räumlichkeiten in der VG Kell am See an. „Wir wissen aber auch schon jetzt das die Fusion trotzdem wie geplant im Januar 2019 stattfinden wird“, sind sich beide VG- Chefs einig.
Die Nachlöscharbeiten zogen sich noch über mehrere Stunden bis zum frühen Montagmorgen hin. Brandermittler wollen am Montag mit der Ursachenforschung beginnen. Denn diese ist am Abend noch völlig unklar. „Wir können richtig froh sein, dass es nicht an einem Werktag war und die Mitarbeiter alle in ihren Büros saßen“, bedenkt eine Mitarbeiter die unmittelbar neben dem Brandobjekt wohnt.
Der Schaden wird laut Dixius wohl enorm sein. „Was das Feuer nicht zerstört hat, wurde vom Löschwasser stark in Mitleidenschaft gezogen.“ Er hofft das die gespeicherten Unterlagen auf den Computern nicht verloren gegangen sind und noch brauchbar sind.
Gegen Mitternacht steigt nur noch leichter Rauch aus dem zerstörten Dachstuhl auf. Mit zwei verbliebenen Drehleitern werden immer wieder kleine auflodernde Glutnester gelöscht.
Im Einsatz waren mehr als 340 Einsatzkräfte:
FEZ, Führungsstaffel, Wehrleitung und Atemschutzwerkstatt VG Saarburg, der Kreisfeuerwehrinspekteur Trier- Saarburg, die technische Einsatzleitung Trier- Saarburg, Teileinheiten des Gefahrstoffzuges Trier- Saarburg. Die Feuerwehren aus Saarburg, Beurig, Ayl, Trassem, Körrig, Freudenburg, Biebelhausen, Konz, Greimerath, Mandern, Kell am See, Heddert, Schillingen (mit Drohne), Mettlach, Merzig, Berufsfeuerwehr Trier. Das THW Saarburg, DRK Saarburg, die SEG Betreuung und Verpflegung aus Saarburg, Konz, Schöndorf und Waldrach, der Energieversorger und die Polizei Saarburg.

(Blaes)

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