Die Feuerwehr Führungsgruppe des Landkreises Trier – Saarburg fliegt hoch hinaus

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Region/ Schillingen. Seit Januar 2017 steht der Technischen Einsatzleitung (TEL) / der Führungsgruppe (FüGr) des Landkreises Trier – Saarburg eine „DJI Inspire 1 V2.0“ bei Einsätzen zur Verfügung. Das ist ein Quadrocopter, die auch umgangssprachlich als Drohne bekannt ist. Mit ihrem Standort bei der Feuerwehr Schillingen (VG Kell am See), kann sie mit dem Mehrzweckfahrzeug (MZF) 1 TEL bei Alarmierung schnell jeden Einsatzort erreichen. Die Technische Einsatzleitung ist eine Einheit des Landkreises Trier-Saarburg, die bei größeren Schadensereignissen zum Einsatz kommt. Diese wird immer ab der Alarmstufe 4 gemeinsam mit dem Einsatzleiter, dem Kreisfeuerwehrinspekteur des Landkreises Trier-Saarburg Christoph Winckler alarmiert. Oftmals kommt die sogenannte Führungsgruppe des Landkreises aber schon bei der Alarmstufe 3 zur Unterstützung der Einsatzleitung vor Ort zum Einsatz. So wird sichergestellt, das auch, bei zu erwartenden Schadensereignissen und Gefahrenlagen, die größtmögliche Bandbreite an Einsatz- und Führungskräften, zur Verfügung steht. Beschafft und bezahlt wurde das Einsatzsystem vom Landkreis Trier-Saarburg. Auch die anfallenden Kosten durch den Flugbetrieb und die Wartung, die sich zum größten Teil auf die Wiederaufladung der Akkus belaufen, werden vom Landkreis übernommen.
„In den letzten Jahren ist es immer wichtiger geworden, auch aus der Luft Informationen über die jeweiligen Einsatz-Szenarien zu erhalten und sich so schnell ein Bild vom Geschehen machen zu können“, erklärt Sebastian Merten, Wehrführer und Drohnenpilot der Feuerwehr Schillingen. „So kann der Quadrocopter, ohne große Wartezeit auf einen Hubschrauber, mit der Personensuche beginnen und so die Einsatzkräfte aus der Luft unterstützen. Durch Festlegung von GPS Koordinaten kann das Fluggerät selbstständig systematisch große Flächen absuchen“, erklärt Merten. Bei Brandeinsätzen kann die Drohne aus der Luft eventuelle Brandquellen oder Glutnester ausmachen und finden. So müssen sich Feuerwehrkräfte nicht mehr in die größte Gefahr begeben. Zu Gefahrstoffeinsätzen kommt der Quadrocopter ebenfalls zum Einsatz. Aus der Luft kann sich, ohne der akuten Gefahr ausgesetzt zu sein, die Lage erkundet werden und so eine Vorgehensweise besprochen werden. So kam die „DJI Inspire 1 V2.0“ zum ersten Mal bei dem Gefahrgutunfall auf der A64 im Juli zum Einsatz. Überaus positiv resümiert Einsatzleiter und Wehrleiter der Verbandsgemeinde Trier-Land Jürgen Cordie den Einsatz der Drohne. Auch die Drohnenpiloten und die TEL sind zufrieden. Am Abend des 04.07.2017 ereignete sich ein schwerer Auffahrunfall zweier Lastkraftwagen auf der Autobahn 64 in Fahrtrichtung Trier. Aus dem aufgefahrenen LKW trat ein für Menschen gefährliches Pestizid aus.
Neben den genannten Szenarien, kann die Drohne unter anderem bei Massenkarambolagen, Bahnunfällen, großen Gebäudebränden, Flächen- und Waldbrände, Unwetterlagen und Hochwasser / Überschwemmungen eingesetzt werden, berichtet Sebastian Krewer. Er ist der Leiter der Technischen Einsatzleitung im Landkreis Trier-Saarburg. „Neben den Informationen die sie erbringt, kann sie auch zur Unterstützung bei anderen Behörden und Organisationen wie dem Rettungsdienst und der Polizei eingesetzt werden“, ergänzt der Feuerwehrmann aus Longuich.
Das Flugobjekt kann mit einem Akku bis zu 20 Minuten eingesetzt werden. Ist das Akku aufgebraucht, kann es durch ein weiteres ersetzt werden. Vier Akkus stehen zur Verfügung. „Der erste Akku ist wieder aufgeladen sobald der letzte verbraucht ist“,erklärt Merten im Feuerwehrgerätehaus Schillingen. „So kann ein nahezu ununterbrochener Flugbetrieb garantiert werden.“ Der Feuerwehr des Landkreises Trier-Saarburg stehen aktuell sechs ausgebildete Drohnenpiloten zur Verfügung, die im Einsatzfall zu dritt jederzeit ausrücken können. Dabei kommen zwei Piloten und ein Fernmelder zum Einsatz. Christoph Winckler aus Welschbillig-Möhn ist
Berufsfeuerwehrmann in Köln und ehrenamtlich Kreisfeuerwehrinspekteur im Landkreis TrierSaarburg. Er ist einer der ausgebildeten Drohnenpiloten und erklärt das Einsatzsystem der Drohne: „Die Drohne soll möglichst auf Sicht geflogen werden, allerdings ist es uns auch möglich über ein Livebild im iPad auf der Fernbedienung die Drohne blind zu fliegen. Das ist vor allem bei schlechtem Wetter / schlechten Sichtverhältnissen wichtig oder um beispielsweise in Brandgebäuden die Statik zu erkunden. Das Livebild der Kamera kann jederzeit zum Fahrzeug der TEL, dem Lagezentrum oder einem mobilen Bildschirm in FullHD senden.“ Auf Nachfrage erklärt Christoph Winckler die Notwendigkeit eines zweiten Piloten. Dieser dient vorrangig als Rückfallebene, falls der erste Pilot gestört werden sollte oder die Fernbedienung ausfällt. Vorrangig genutzt wird der zweite Pilot aber bei der Übertragung des Livebildes im Lagezentrum. Mit der zweiten Fernbedienung kann nämlich die Kamera gezielt gesteuert werden. So kann sich der erste Pilot rein auf das Fliegen konzentrieren, der zweite Pilot bewegt die Kamera dann so, dass die größtmögliche Menge an Informationen erlangt werden kann. „Wenn der Einsatzleiter lieber die linke Seite sieht, die Drohne aber gerade nach rechts ausgerichtet ist, kann der zweite Pilot auf die Nachfrage hin gezielt die Kameraposition verändern“, verdeutlicht Winckler das Konzept.
Das Einsatzgebiet des Quadrocopters ist hauptsächlich der Landkreis Trier-Saarburg. Darüber hinaus kann sie auch Landkreis- und Landesübergreifend, über die Leitstelle Trier, alarmiert werden. Durch eine Versicherung und der vorhandenen Aufstiegserlaubnis kann ein problemloser Einsatz der Drohne jederzeit und überall gewährleistet werden.
Geübt wird ständig mit der Drohne, so auch am 31.08.2017 in Möhn (VG Trier-Land). Eine Person wird vermisst und die Drohne unterstützt die Ortswehren bei der Suche aus der Luft. Auch die Technische Einsatzleitung und Kreisfeuerwehrinspekteur Winckler sind vor Ort und nehmen an der Übung teil. Dank der Drohne kann die vermisste Person schnell gefunden werden. Sie lag in einem Maisfeld. Nach der Übung sitzen die Einsatzkräfte gemeinsam zur Übungsnachbesprechung vor dem großen Bildschirm und schauen sich gemeinsam die Aufnahmen und Bilder der Drohne an. Auch der Landrat Günther Schartz machte sich ein Bild von der Übung. „Ein schneller Einsatzerfolg ist das Ziel einer jeden Einsatzkraft. Die Drohne kann dazu einen großen Beitrag leisten, wie heute wieder eindrucksvoll bewiesen wurde“, sagte TEL-Leiter Krewer am Abend der Übung. Wichtig sei, dass die Drohne in Zukunft regelmäßig alarmiert wird, denn nur dann kann sie effektiv zur Sicherheit der Bevölkerung beitragen, so sind sich alle Anwesenden einig.

(Beitrag und Bilder: Florian Blaes)

Alle Infos zum Quadrocopterstandort Feuerwehr Schillingen unter: https://www.facebook.com/ffwschillingen/

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