Bergung des Gefahrgutlasters auf der A60, 100 Einsatzkräfte vor Ort

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Prüm. Am vergangenen Samstag ist auf der A60 in der Anschlussstelle Prüm ein LKW im Kurvenbereich von der Fahrbahn abgekommen und umgekippt. Zunächst gingen die Einsatzkräfte davon aus, dass der Fahrer eingeklemmt war. Er konnte sich jedoch selbst befreien und kam mit Verletzungen in Krankenhaus. Vor Ort stellte sich jedoch heraus das in dem Laster Phenol geladen ist. Dies führte zu einem Großalarm des Gefahrstoffzuges Bitburg- Prüm. Spezialisten haben am Wochenende dazu geraten dem LKW nicht zu bergen bis der Gefahrstoff etwas abgekühlt ist. Am Samstag lag die Temperatur bei 60 Grad, am heutigen Dienstag bei 45 Grad. Man entschied sich mit den Bergungsarbeiten zu beginnen.
Die Industriechemikalie Phenol wird bei der Herstellung von Kunststoffen eingesetzt. Da Phenol eine reizende bis ätzende Wirkung auf Schleimhäute, Haut und Augen hat, wurde der Unfallort weiträumig abgesperrt. Ab 8 Uhr begannen der LBM und die Polizei die A60 weiträumig zu sperren. Ab der AS Bleialf in Richtung Wittlich und ab der AS Bitburg/ Waxweiler wurde die Autobahn gesperrt. Hier war die Folge das hunderte LKW und weitere Verkehrsteilnehmer kiloweite Umleitungen in Kauf nehmen mussten. Viele ausländische Fahrer kamen mit der Sperrung nicht klar, es kam zeitweise zu chaotischen Verkehrsverhältnissen rund um Prüm.
Währenddessen rückten die Kräfte des Gefahrstoffzuges auf eine nahegelegene Brücke an, um begannen mit ihren Arbeiten. Schutzzonen wurden errichtet. Einsatzleitungen hergestellt. Am verunfallten LKW wurden zunächst Gräben mit Bagger gezogen und Schutzwälle errichtet. Diese wurden mit großen Planen ausgelegt. Die Kanalisation wurde abgedichtet. Diese Arbeiten nahmen viel Zeit in Anspruch. Schließlich wurde die Zugmaschine abgekoppelt und mit einem Kran geborgen. Spezialisten bewachten in Schutzanzügen die Bergungsarbeiten und waren in Bereitstellungsräumen um schnell eingreifen zu können, falls es nötig wurde.
Auf der Brücke hatte sich die Berufsfeuerwehr aus Köln mit einem Spezialmessfahrzeug positioniert, um den Tank ständig messen zu können. Die Berufsfeuerwehr Trier stand mit Spezialschaum bereit. So hatte jede Feuerwehrkomponente ihre Aufgabe, um bei einem Austreten des Phenol schnell eingreifen zu können. Doch zum Glück hielt der Tank bis jetzt zu, es trat nichts aus.
Das DRK war Vor Ort um die medizinische Hilfe der Einsatzkräfte gewährleisten zu können und diese mit Essen und Trinken zu versorgen.
Im weiteren Verlauf wurde der Auflieger mit dem Gefahrstoff um 90 Grad gedreht, um so problemlos bergen zu können. Die Arbeiten wurden gegen 19Uhr erfolgreich abgeschlossen!
Im Einsatz waren weit über 100 Einsatzkräfte:
Feuerwehr Prüm, Kyllburg, Pronsfeld und Weinsheim. Wehrleitung VG Prüm, Gefahrstoffzug Bitburg- Prüm, Fachberater Chemie Bit- Prüm, Führungsunterstützung TEL Bit- Prüm, stellv. KFI Bit- Prüm, Dekontaminationseinheit Vulkaneifel, Führung Gefahrstoffzug Vulkaneifel, Berufsfeuerwehr Trier, Berufsfeuerwehr Köln, THW Bitburg mit Führung, DRK OrgL, RTW und SEG. Weiterhin die Polizei, LBM, Fa. Backes Bau, Fa. WTK Transport und Fa. Kurth Bergung. (Blaes)

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