Arbeiter- Samariter- Bund verteilt Schlafsäcke und warme Mahlzeiten an Obdachlose in Trier

1052
Werbung

Trier. Entsprechend seinem Motto „Wir helfen hier und jetzt“ verteilte der Arbeiter-Samariter-Bund am 29. November, seinem 130. Geburtstag, bundesweit mehr als 2.500 Schlafsäcke und Hygienesets an Obdachlose.
„Mehr als 50.000 Menschen in Deutschland leben dauerhaft auf der Straße. In den Notunterkünften gibt es vor allem in der kalten Jahreszeit nicht genug Plätze für alle Bedürftigen“, erklärt ASB-Bundesgeschäftsführer Ulrich Bauch die Aktion. „Schnell und pragmatisch helfen, das war schon vor 130 Jahren unser Ansinnen und so wollen wir auch heute helfen. Deshalb verteilen wir in 40 Städten Schlafsäcke und Hygienesets.“ Ergänzt wurde das Angebot durch praktische Hygienesets, die alles Notwendige wie beispielsweise Zahnbürste, Zahnpasta, Duschbad und Shampoo enthalten.
Auch in Trier und in der Region leben viele Menschen auf der Straße. Für den ASB-Trier ist es deshalb selbstverständlich, sich mit 14 ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen und einem Arzt an der Kältehilfe-Aktion zu beteiligen. „Hier geht es um unsere Kernkompetenz: Menschen in Not zu helfen. Hier und jetzt“, begründet Bernd Görgen – Dienststellenleiter des ASB-Trier, die Initiative. Auf dem Vorplatz der Porta Nigra wurde schon in den frühen Morgenstunden ein beheiztes Zelt aufgebaut. Zudem gab es einen Stand mit den nötigsten Hygienesets.
Neben den Schlafsäcken hat der ASB Trier auch warme Getränke, Wasser und Apfelsaftschorle, kleine Geschenke, sowie eine basismedizinische Versorgung angeboten. Zur Mittagszeit gab es dann eine eigens gekochte Suppe und die Hunde der kommenden Obdachlosen gab es Hundefutter und frisches Wasser.
An der Aktion ist auch ein Notarzt mit dabei. Dr. med. Khamran Rabi freut sich an dem „Kälte- Tag“ ehrenamtlich mithelfen zu können. „Als mich der ASB angefragt hatte, musste ich nicht lange überlegen. Für mich ist es selbstverständlich hier und heute helfen zu können.“ Mit dem ehrenamtlichen Team des Arbeiter- Samariter- Bundes nehmen sie sich Zeit und kommen mit den Hilfsbedürftigen ins Gespräch. „Es ist äußerst wichtig auch den Menschen, die kein Dach über dem Kopf haben, ein Gefühl von Heimat zu geben und ihnen zuzuhören“, so der Notarzt weiter.
Und die Obdachlosen kommen auch nach und zum Porta- Nigra Vorplatz, um das Angebot wahrzunehmen. Einer der Hilfsbedürftigen ist Herbert. Im Gespräch erzählt er vom Leben auf der Straße. „In Trier gibt es viele Angebote, wo wir besonders in der kalten Jahreszeit nachts schlafen können. Und darüber sind wir auch sehr froh. Im Sommer bleiben wir fast durchweg draußen, Tag und Nacht.“ Weiter erzählt er, dass es leider zwei Seiten der Obdachlosen gibt. Während die einen friedlich umherziehen, gibt es auch andere die nur auf Streit aus sind. „Das hat uns schon viele Probleme bereitet. Früher konnte man sich in den Krankenhäusern noch aufwärmen, heute steht Security davor und wir müssen draußen bleiben.“
Im Vorfeld hat der Trierer Streetworker Jörg van den Boom bei den Hilfsbedürftigen Werbung zum Kälte- Tag gemacht und eingeladen. „In den letzten Jahren ist die Zahl der Obdachlosen in Trier, Gott sei Dank, stark gesunken. Heute gibt es mehr oder weniger 15 Menschen, die noch auf der Straße regelmäßig schlafen.“ Die Stadt Trier sorgt das ganze Jahr dafür, dass diese Menschen immer das nötigste haben „Dennoch sind wir über solche Aktionen, wie der des ASB sehr froh und unterstützen diese auch“, so der Streetworker. Zum Abschied und nachdem sich die Menschen aufgewärmt hatten, gab es vom ASB noch selbstgebackene Plätzchen als Wegzehrung. „Nachdem es am Vormittag doch eher ruhiger war, kamen am Nachmittag doch zahlreiche Obdachlose, die unser Angebot angenommen haben. Wir freuen uns sehr, dass unser Team und ich diesen Menschen helfen konnten“, resümiert Bernd Görgen – Dienststellenleiter des ASB-Trier.

(Blaes)

Werbung