57. Verbandsgemeinde Tierschau in Kell am See: Baileys ist neue „Miss Hochwald 2017“

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Kell am See. Mehr als 5000 Besucher strömten am gestrigen Montag nach Kell am See. Dort fand zum 57. Mal die Verbandsgemeinde Tierschau statt. Bei bestem Sonnenschein wurden die Leistungen der Züchter von Kühen und Pferden beurteilt und schließlich gekürt.

Mehr als 50 Kühe stehen um 8 Uhr nebeneinander, angebunden an dicken Balken. Letztes Heu und Stroh werden zugegeben. Dann geht es unter die, extra eingerichtete, Dusche. Wie ein eigenes Haustier werden die Kühe für ihre Vorführung und Kür fertig gemacht. Am Ende glänzen die Flecken, Klauen und vor allem die Euter. Zum Schluss werden die Schwänze noch feierlich hergerichtet.

Felix Willems, Landwirt aus Lampaden erzählt das ihr Hof schon all die Jahre, seitdem er denken kann hier zur Tierschau kommen. Jetzt ist er mit sieben Tieren vor Ort. Er erzählt das es für die Züchter ein wichtiges Ereignis in Kell am See ist, den so können die Menschen einmal erleben und sehen wie viel Arbeit wirklich hinter der Viehzucht steckt.

Weiter erzählt Willems das schon Wochen vor der Tierschau die Tiere auf ihren Höfen, auf diesen Tag vorbereitet werden. Im Stall und auf dem Feld bekommen die Kühe schon einen Strick um und werden geführt.

Das Wetter mache dem Fleckvieh dabei eher weniger aus. Sie mögen zwar lieber Temperaturen um 12 Grad und Regen, aber auch die Sonne ist in Ordnung. Was eben neu für das Vieh ist, sind dann vor Ort die vielen Menschen und die Musik.

Zum aktuellen Milchpreis sagte er , das die Landwirtschaft nach dem schweren Jahr 2016 wieder aufatmen, den die Preise sind wieder angestiegen, er erhofft sich aber dennoch, das der Preis noch weiter steigen wird.

Ingesamt sind 17 Schausteller aus den Landkreisen Trier- Saarburg, Bernkastel- Willtich und dem Saarland zur Verbandsgemeinde- Tierschau gekommen. Einer der Fachjury ist Peter Meutes. Er führt unter anderem die Gäste durch das Programm und erklärt detailiert auf was die Preisrichter schauen, was beurteilt wird.

Kurz nach 9 Uhr geht es auch schon los. Die ersten drei Kühe laufen ihre Runden im eingezäunten Bereich.

Aus dem Lautsprecher hört man dann Sätze wie: Wunderschönes Fundament, prächtige Euter und tolle Klauen. Nach und nach folgen knapp drei Stunden lang alle Kühe und präsentieren der Jury und den begeisterten Gästen und anwesenden Landwirten ihr Aussehen.

Zeitgleich beginnt nebenan die Schau der Pferde. Dort führen 32 Pferde und Ponys ihr Können dem Publikum vor. Besonders die Ponys haben es den vielen Kindern angetan. Obwohl es ein früher Montagmorgen ist kommen an die 5000 Menschen zur berühmten Tierschau.

Martin Alten, Verbandsgemeindebürgermeister Kell am See erzählt das er als Bürgermeister diese hervorragende Tradition gerne fortgeführt hat und ist begeistert von diesem Ereignis, das regelrecht ein Publikumsmagnet geworden ist. Er stellt auch in den Vordergrund, das es eine gute Möglichkeit für die Züchter ist, ihre Tiere einmal im Jahr zu präsentieren.

Die Menschen kommen nicht nur wegen der Kür der besten Kuh und des besten Pferdes nach Kell am See, die treffen Bekannte die man teilweise das ganze Jahr nicht gesehen hat auf der Tierschau. Für die Kleinen unter den Gästen gibt es in einem Zelt eine Ausstellung von Hühnern und Hasen, die auch teilweise gekauft werden können.

Musikalisch wird das Fest durch den Auftritt des Musikvereins aus Kell am See umrahmt.

Da wir uns in einem Jahr der Wahlen befinden, ist es natürlich selbstverständlich das viele Politiker den Weg zum Festplatz nach Kell gefunden haben.

Neben dem genannten Verbandsgemeindebürgermeister und dem Landrat Trier – Saarburg, Günther Schartz, sind Landtagsabgeortnete gekommen.

Unter den Gästen befindet sich auch eine Königin. Karina Hirschen, 3. Rheinland- Pfälzische Milchkönigin ist extra aus Burg/ Mosel in den Hochwald gekommen, um an diesem Ereignis teilzunehmen.

Sie erzählt, das sie ihre landwirtschaftliche Ausbildung in Betrieben in der Eifel absolviert hat. Eine Milchkönigin wird in der Regel alle zwei Jahre gewählt und sollte zwischen 20 Jahren und 28 Jahren sein. Der Bezug zur Milch ist eine wichtige Voraussetzung. Ihre Auftritte sind neben der Tierschau, in Grundschulen. Dort zeigt sie den Kindern wie gesund die Milch ist. Ist eben Termine wie die des Bauernverband ist sie vertreten.

Weiter erzählt die Milchkönigin das sie begeistert ist, von den Menschenmassen. Kell sei ein kleiner Ort und bewegt doch so viel.

Dann ist es 12:30 Uhr. Es ist soweit. Die Siegerehrungen steht bevor. Bei den Pferden wird die Warmblut- Stute Ma belle Cherié vom Zuchthof Alfred Hohn aus Vierherrenborn die Siegerin. Die Haflinger Helina und die arabische Halbblut Kamila von Edgar Mai aus Schillingen belegen Platz zwei und drei.

Das Lieblingspferd des Publikums wird Hollywood Golden Risk, ein American Painthorse, von Christine Klitzing aus Kell am See.

Bei den Kühen wird Chalet vom Hubertushof in Lampaden zur Lieblingskuh des Publikums gewählt. Auch Felix Willems freut sich über die Auszeichnung.

Miss Hochwald wird schließlich die vierjährige Baileys vom Mühlenhof in Damflos. Sie überzeugte die Fachjury mit ihren Euter und dem tollen Fundament.

Die 29 jährige Nadine Hemmes ist sichtlich erfreut über den Preis. Ihre Baileys hat zwei Kälber bereits bekommen und gibt im Durchschnitt pro Tag 30 Liter Milch ab. Als Belohnung bekommt die Siegerin eine Extra Portion Kraftfutter, ansonsten freut sich die Siegerkuh am Nachmittag wieder bei Herde laufen zu dürfen.

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