Trier. Student der Trierer Universität droht mit Amoklauf, Großeinsatz der Polizei

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Update 19:10 Uhr

Der 23-jährige Student, der im Verdacht steht, am heutigen Freitag die juristische Fakultät der Universität Trier im Internet mit einem Amoklauf bedroht zu haben, ist nach Untersuchung durch eine Fachärztin in einer psychiatrischen Klinik untergebracht worden. Nach den bisherigen Erkenntnissen bestehen Anhaltspunkte für eine psychische Störung. Die Ermittlungen dauern an. Anhaltspunkte dafür, dass er seine Drohungen in die Tat umsetzen wollte, haben sich bei den bisherigen Ermittlungen nicht ergeben.

 

Update 13:20 Uhr

Nach der Festnahme eines 23-Jährigen wegen Bedrohung der Juristischen Fakultät der Universität Trier haben die weiteren Ermittlungen der Polizei keine Hinweise auf eine weiter andauernde Gefahr ergeben. Die polizeilichen Maßnahmen am Unigelände werden beendet.

Im Rahmen eines sofort eingeleiteten Sondereinsatzes der Polizei identifizierten die Polizeibeamten einen 23-jährigen Tatverdächtigen. Noch in der Nacht durchsuchten Spezialkräfte die Wohnung des Tatverdächtigen und nahmen ihn fest.

Die polizeilichen Schutzmaßnahmen an der Universität blieben zunächst bestehen, um weitere Ermittlungen zu ermöglichen und somit jedes denkbare Restrisiko auszuschließen.

Diese Ermittlungshandlungen der Polizei ergaben keinerlei Hinweise auf einen Komplizen des Tatverdächtigen. Eine andauernde Gefahr kann somit ausgeschlossen werden. Die Polizei beendet darum ihre Maßnahmen im Bereich der Universität. Der Campus ist nun wieder frei zugänglich.

Insgesamt waren etwa 200 Einsatzkräfte der Polizei, der Berufsfeuerwehr, des Rettungsdienstes und der Universität Trier zusammen im Einsatz.

Erstmeldung der Polizei:

Mit der Androhung, eine Vorlesung der Juristischen Fakultät am heutigen Freitagmorgen24. November,  im Audi-Max des Trierer Uni-Campus zu stürmen und mit einer halbautomatischen Waffe gezielt Menschen zu töten, machte ein 23-jähriger Student über ein Social-Media-Portal auf sich aufmerksam. Nach intensiven Ermittlungen der Polizei Trier nehmen Kräfte rheinland-pfälzischer Spezialeinheiten den Tatverdächtigen in den frühen Morgenstunden in Trier fest.

Die erste Drohmail auf einem Social-Media-Dienst versandte der Student um 22.19 Uhr am gestrigen Abend. Hierzu nutzte er ein Portal, das aufgrund seiner Anonymisierungsmöglichkeiten insbesondere unter Schülern und Studenten beliebt ist.

Nachdem die ersten Chatteilnehmer ihm geantwortet und ihn zurechtgewiesen hatten, wiederholte und konkretisierte der Verdächtige seine Drohungen. Aufgrund dessen entschieden sich die Empfänger der Nachrichten, ebenfalls Studenten der Uni Trier, die Polizei einzuschalten und eine Strafanzeige zu erstatten.

Dem folgte ein Sondereinsatz der Trierer Polizei, die nach den ersten Hintergrundermittlung von der Ernsthaftigkeit der Bedrohungslage ausging. Die weitreichenden Ermittlungen, die sich durch die gesamte Nacht erstreckten, wurden in vorbildlicher Weise durch den in Berlin ansässigen Betreiber des Dienstes und die Verantwortlichen der Universität Trier unterstützt. Dies führte zur Identifizierung des Tatverdächtigen, seiner Wohnung in Uninähe in Trier und seines benutzten Accounts.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Trier erließ ein Ermittlungsrichten des Amtsgerichts Trier noch in der Nacht einen Durchsuchungsbeschluss für dessen Wohnung. Aufgrund der potenziellen Gefährlichkeit des Tatverdächtigen entschied der verantwortliche Polizeiführer, den Beschluss durch Spezialeinsatzkräfte der rheinland-pfälzischen Polizei durchführen zu lassen.

Um 7 Uhr stürmten die Spezialkräfte die Wohnung des 23-Jährigen in Trier und nahmen den Tatverdächtigen fest. Im Rahmen der anschließenden Durchsuchung der Wohnung wurde umfangreiches Beweismaterial sichergestellt. Die halbautomatische Waffe, die zur Tatausübung verwendet werden sollte, wurde jedoch nicht gefunden.

Derzeit führt die Polizei umfangreiche Ermittlungen in Zusammenarbeit mit der Leitung der Universität durch. Um jedes Restrisiko auszuschließen, führt die Polizei derzeit einen Schutzeinsatz auf dem Gelände der Universität durch. Das Gebäude des Audi-Max und die Mensa wurden vorsorglich gesperrt. Auf das Unigelände darf im Moment niemand.

Studenten werden gebeten am heutigen Freitag der Universität fern zu bleiben.

Die Kriminalpolizei Trier hat Ermittlungsverfahren unter anderem wegen der Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten eingeleitet.

Die Polizei bittet Personen, die sachdienliche Hinweise zur Tat oder zum Täter geben können, sich unter der Telefonnummer 0651/9779-2290 zu melden.