Bilanz Schnee- und Eischaos: 64 Unfälle, 13 Verletzt, Sperrungen und querstehende LKW

0
7380

Region. Der Wetterumschwung von Dauerfrost hin zur Milderung war lange angekündigt. Dennoch schlägt Eis und Schnee derzeit voll zu.
Nachdem am Vormittag über einen längeren Zeitraum Nieselregen und kleine Eiskörner vom Himmel fielen, ging der Regen im Laufe des Nachmittags in Schneefall über. Während dem Fahren gefror einem der Regen auf der Windschutzscheibe.

Gegen 13:40 Uhr ging auf der B407/ Hunsrückhöhenstraße nichts mehr. Auf einer Steigung zwischen Zerf und Oberzerf blieben auf vereister Fahrbahn gleich mehrere LKW hängen und stellten sich teilweise quer. Auch für Autos war kein Vorankommen mehr möglich.
Ein Linien- und Schulbus aus Saarburg kommend konnte aufgrund der Witterung die Fahrt nicht mehr fortsetzen. Etwa 30 Schüler/innen setzen ihre Fahrt über die Bundesstraße, teilweise 2 Kilometer zu Fuß, fort. Verletzt wurde niemand.

Gegen 14 Uhr kam es auf der Landstraße 143 zwischen Schillingen und Heddert , ebenfalls im Hochwald, auf Schneeglatter Fahrbahn zu einem Frontalzusammenstoß zweier PKW.
Hier wurde ein Fahrzeugführer mittelschwer verletzt und mit dem Notarzt in ein Krankenhaus gebracht. Die Feuerwehr sicherte die Unfallstelle ab. Eine Umleitung wurde über Landwirtschaftswege eingerichtet. Es entstand an beiden Fahrzeugen hoher Sachschaden.
Im Einsatz war der Wehrleiter VG Kell am See, die Feuerwehr Heddert. Zudem das DRK Hermeskeil mit Notarzt und die Polizei Hermeskeil.

Ein Auto kam auf der A1 hinter dem Rastplatz Hochwald in Richtung Trier von der Straße ab und landete im Graben. Der Fahrer wurde leicht verletzt.
Auf der A 602 ab Kenn und weiter auf der A1 zwischen Schweich und der Abfahrt Mehring staute sich in Fahrtrichtung Saarbrücken der Verkehr 10 Kilometer zurück. Dort standen auf beiden Fahrspuren versetzt zeitweise bis zu 17 LKW und kamen den Berg nicht mehr hinauf. Laut dem Verkehrsservice kam es zu einem Zeitverlust von mehr als einer Stunde.
Zu Beanstanden war die nicht vorhandene Rettungsgasse. Weder für den Rettungsdienst noch für die Räumfahrzeuge war ein Durchkommen unmöglich. Die Räum- und Streuwagen standen mit Blaulicht im Stau.
Viele Verkehrsteilnehmer meinten über die L151/ B52 schneller voran zu kommen. Doch auch hier war schnell Schluss. Mehrere LKW und Autos blieben auch hier ab der Abfahrt nach Mertesdorf in Richtung Hermeskeil stecken. Viele Lastwagenfahrer brachten Schneeketten an ihren Fahrzeugen an.

Überall wo es auch nur bergauf ging, blieben zahlreiche LKW und Autos im Graben stecken und blockierten die Fahrbahnen. Laut LBM Hermeskeil waren so auch die B407 zwischen Kell am See und Waldweiler, die Kreisstraße zwischen Mühlscheiderhof und Waldweiler, B407 zwischen Mandern und Greimerath, B268 zwischen Zerf und Pellingen betroffen. Ebenfalls ging zeitweise auf der B327 zwischen Malborn und Morbach nichts mehr.
Am Abend kam es dann zu Probleme auf wegen querstehender LKW auf der B51 Trier Richtung Bitburg und der A64 zwischen dem Grenzübergang und Trier- Ehrang.
Im Stadtgebiet von Trier kam es zu Zusammenstößen, unter anderem in der Aachenerstraße. Es blieb aber jeweils bei Blechschäden.
Zum späten Nachmittag hin stellte die SWT den Busbetrieb in den Höhenstadtteilen ein. Die Dörfer die von der SWT angefahren werden, konnten nicht mehr erreicht werden. Weiterhin kam es zu zahlreichen Busausfällen und langen Verspätungen in der gesamten Region Trier.

Nach Polizeiangaben kam es in der Region Trier insgesamt zu 64 Unfälle. Dabei wurde ein Mensch schwer und zwölf weitere leicht verletzt.
Im Interview erklärt der Leiter des LBM Hermeskeil Wolfgang Wahlen, dass alle Räum- und Streufahrzeuge seit 8 Uhr im Dauereinsatz sitzen. Am Vormittag machte der Eisregen Probleme. Straßen und Wege vereisten und zum Mittag setzte starker Schneefall ein. Da dieser bei -5 Grad auf den gefrorenen Boden fällt und ohne Pause vom Himmel kommt, braucht das Salzgemisch auf der Straße auch etwas länger als sonst. Die Schwierigkeit liegt darin, dass der Schnee wegen der aktuellen Kälte bis in die Niederungen fällt. Und so kann man kein Fahrzeug mal tauschen. Alle werden überall benötigt.
Die weitere Schwierigkeit sind die verstopften Straßen durch LKW und Autos die nicht mehr weiterkommen. So bleibt der Räumdienst auch erst einmal stehen. Wolfgang Wahlen rechnet damit das sie die ganze Nacht weiter räumen ohne Pause, da die Prognose die ganze Nacht noch Schnee voraussagt. Bis zum Abend fielen im Hochwald bereits an die 15 cm Neuschnee.

Selbst das Bistum Trier ist vom Winter getroffen worden. Heute sollte Bistumsweit der Weltgebettag der Frauengemeinschaften mit Gottesdiensten und Veranstaltungen gefeiert werden. Doch wegen der Witterung fielen zahlreiche Veranstaltungen aus, da die Gehwege einfach zu glatt sind.
Es ist weiterhin mit großen Verkehrsbehinderungen und Sperrungen zu rechnen! Update folgt.