Ohne sie wird´s brenzlig: 16 neue Atemschutzträger für den Landkreis Trier- Saarburg

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Für den Landkreis Trier- Saarburg wurden in den letzten zweieinhalb Wochen 16 neue Atemschutzträger ausgebildet. Nach der theoretischen und praktischen Prüfung, mussten alle in Lampaden ihr Wissen in einer großen Übung unter Beweis stellen

Zerf/ Lampaden. Die Feuerwehren sind ohne Atemschutzgeräteträger undenkbar. Wir wissen alle: Es brennt und Menschen sind in Gefahr. Da braucht man ausgebildete Atemschutzträger, die in den Flammen und dem giftigen Rauch, Menschen retten und das Feuer löschen.
So wurden für den Landkreis Trier- Saarburg 16 Feuerwehrmänner erfolgreich ausgebildet. Bevor die Feuerwehrleute ihre Ausbildung beginnen konnten, mussten sie sich vom Arzt bescheinigen lassen, dass sie geistig und körperlich fit, für diese Aufgabe sind. Weiterhin müssten die Atemschutzträger bereits Truppmann- Ausbildungen absolviert haben.
Dann wurde zunächst einmal wieder die Schulbank im Schulungsraum der Feuerwehr Zerf gedrückt und schwer gebüffelt. Es wurden Themen wie Anatomie der Atmungsorgane, Rechnen mit Druckangaben und Einsatzzeiten sowie die Chemie gelernt. Zudem kam die Gerätekunde nicht zu kurz. Das Verhalten im Notfall, die Türöffnung und das Verhalten bei offenem Feuer wurde ausgiebig besprochen.
Nun ging es auch schon zur Wache zwei der Berufsfeuerwehr Trier nach Ehrang. Dort ist die Übungsstrecke für Atemschutzträger. Hier mussten die Einsatzkräfte mit ihren Pressluftflaschen auf dem Rücken und der Maske auf dem Gesicht ihre Ausdauer zunächst bei Tageslicht und weiter auch im Dunklen unter Beweis stellen. Dabei wurde mit einem Messgerät am Körper der Puls ständig überwacht. Die Atemschutzgeräteträger mussten zudem unter anderem eine Leiter hoch klettern und Fahrrad fahren. Hier war die Ausdauer gefragt.
Mit der theoretischen Prüfung von 30 Fragen schloss der erste Teil der Ausbildung ab. Im Anschluss wurde das praktische Können auf der Wache der Berufsfeuerwehr gezeigt. Nach den Prüfungen trafen sich alle bestandenen Feuerwehrleute in der alten Schule in Lampaden. Dort wurde bei Dunkelheit das Szenario eines Brandes in der Schule simuliert. Die Wehrleute kannten die Räumlichkeiten nicht, und konnten somit ihr erlerntes unter Beweis stellen.
Wie im wahren Einsatz wurde die Wasserleitung bis zum Haupteingang der Schule gelegt. Die Einsatzkräfte drangen unter schwerem Atemschutz zur Brandbekämpfung in das Gebäude ein. Immer zwei Mann in einem Trupp. Mit dabei der Schlauch zum Löschen des Feuers und die Axt zum Aufbrechen möglicher Türen.
Um das Szenario so real wie möglich zu halten, bekamen alle Pressluftträger auf ihre Maske eine blaue Folie überklebt. „Bei einem Gebäudebrand sind die Räume voller Rauch und man sieht nichts mehr, das sollte so damit simuliert werden.“ so Christoph Marx, einer der Ausbilder. Denn neben dem Feuer sind die Rauchgase und hier besonders das ausgestoßene CO das gefährliche bei einem Brand.
Ganz langsam und unter ständigem Zurufen tasteten sich die Trupps an der Wand entlang zu den Klassenräumen. Während die ersten das Erdgeschoss erkundeten und den Brandherd ausmachten, ging ein weiterer Trupp in das erste Obergeschoss die Treppe hinauf. Unter den Augen und Beobachtungen der Ausbilder fand die Abschlussübung statt. „Wir sind immer in greifbarer Nähe und können im Notfall einschreiten, falls es ein Zwischenfall gibt“, so Christian Porten, einer der Ausbilder.
Insgesamt kommen 8 Trupps zum Einsatz. In der Übung kollabierte plötzlich ein Atemschutzträger in einem Klassenraum im Erdgeschoss, ein weiterer im ersten Obergeschoss. „Mayday“, ruft einer der Teilnehmer. Über Funk gab er Rückmeldung das Hilfe benötigt wird. Beim Verletzten liegt der Druck bei 110 Bar. Zeit blieb nicht viel, um den Feuerwehrmann mit dem Rettungstuch zu retten und ins Freie zu bringen. Dazwischen piept laut ein Melder, die Ausbilder machen Lärm und brüllen. Das ist alles Teil der Übung.
Die Atemschutzträger kamen so, wie im wahrem Leben, an ihre Belastungsgrenzen. Jetzt ist der Stresspegel sehr hoch.
Unterdessen traf ein weiterer Trupp unter Atemschutz ein. Gemeinsam galt es nun die Verletzte Person zu retten. Die gelang auch relativ schnell. Doch Stühle und Bänke im Klassenraum und ein enges Treppenhaus erschwerten den Transport ins Freie. Weitere Atemschutztrupps hatten das Feuer unterdessen löschen können.
Nach zwei Stunden war die praktische Übung in Lampaden beendet. „Es war sehr anspruchsvoll, man hat absolut gar nichts gesehen.“ so ein Teilnehmer.
Im Gerätehaus der Feuerwehr Zerf kamen zum Abschluss alle Teilnehmer nochmals mit dem stellvertretenden KFI Christoph Borresch, dem Wehrleiter VG Kell am See Thorsten Marx, den Kreisausbildern Christian Porten, Christoph Marx, Dominik Fisseni und Alexander Plein, Führungskräfte der Verbandsgemeinden und der Atemschutzwerkstatt Zerf zusammen.
„In den Stresssituationen als Atemschutzträger, muss man im Einsatz und in den Übungen immer Zusammenhalten“ so der stellv. KFI Borresch. Schließlich verkündete er, dass alle Teilnehmer die Schulung bestanden haben und überreichte die Bescheinigung.
Der Wehrleiter VG Kell Marx betonte „Der Lehrgang ist bestanden, aber ausgelernt hat man nie, macht weiter so.“