Mit Hashtag und QR-Code zu neuen Mitgliedern: Einjährige Mitgliederkampagne der Feuerwehr Schillingen wird zum vollen Erfolg

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In dem vergangenen 12 Monaten hat die Freiwillige Feuerwehr Schillingen intensiv eine Mitgliederkampagne zur Neumitgliederwerbung für den aktiven Dienst geleistet. Erfolgreich!

Schillingen. Zufrieden blickt der Wehrführer der Feuerwehr Schillingen, Sebastian Merten, auf das vergangene Jahr 2017 zurück. Es ist Hauptversammlung der Schillinger Wehr und die 34 ehrenamtlichen Feuerwehrfrauen und -männer sind anwesend. Letztes Jahr waren es noch 25. Der Zuwachs von 9 neuen Feuerwehrangehörigen ist Hauptthema des Abends und der offensiven Öffentlichkeitsarbeit und einjährigen Mitgliederkampagne zu verdanken.

„Die Feuerwehr Schillingen hatte 2017 noch kein Mitgliederproblem“, erklärt Merten. „Wir befanden uns sogar in der glücklichen Lage uns über die Einsatzbereitschaft und Tagesalarmbereitschaft keine Sorgen machen zu müssen. Bei einem Alarm waren immer genügend Kameraden verfügbar“. Zwar ist 25 keine hohe Zahl, gibt Merten zu, aber er konnte sich darauf verlassen, dass immer alle kommen, weil es in seiner Wehr keine „Karteileichen“ gebe, so Merten weiter. „Mit der Kampagne wollten wir uns für die Zukunft rüsten, damit wir erstmal nicht in Bedrängnis kommen“.

Dabei sei den Schillingern wichtig gewesen, sich von der bekannten Standard Werbung abzuheben. „Sprüche wie ‚Deine Heimat, deine Feuerwehr‘ oder ‚Wir brauchen dich‘, sehe man oft genug“, sagt Christian Scholz, Pressesprecher der Feuerwehr Schillingen. Aus Gesprächen mit der Bevölkerung wisse man, dass diese nicht gut ankommt, da diese Art der Werbung einem den Feuerwehrdienst fast schon aufzwingt. „Wir wollten der Bevölkerung vermitteln, dass man ruhig unverbindlich und zwanglos bei uns vorbeischauen kann. Und das auf so vielen verschieden Wegen wie möglich“, so Scholz weiter.

„Der direkte Kontakt mit der Bevölkerung ist für die Mitgliedergewinnung unverzichtbar, aber mit jedem Reden können wir auch nicht. Jeden mit unserer Botschaft erreichen, können wir“, so Michael Mai, stellvertretender Wehrführer zur 1. Aktion. Flyer im Postkartenformat wurden gedruckt und in allen Briefkästen des Hochwalddorfes verteilt. „Um immer wieder aufs Neue präsent zu sein und den Leuten langfristig in Erinnerung zu bleiben, haben wir die Aktionen monatlich durchgeführt.“ QR-Codes hing man unbemerkt nachts vor der Schillinger Kirmes auf. „Der Platz hing voll. Jeder war neugierig und sprach darüber.“, erinnert sich Mai. Wenn man QR-Codes mit einem Smart-Phone einscannt, wird man auf eine vordefinierte Internetseite weitergeleitet.

Zum Nachdenken anzuregen, war ein weiteres Ziel. „Wir wollten, dass die Bürger durch eigenständiges Nachdenken, selbst bemerken, dass wir Unterstützung brauchen. Das hat einen nachhaltigeren Effekt“, sagt Mai.

Banner hing die Feuerwehr Schillingen an den Ortseingängen auf. Eines davon zeigte einen Schillinger Feuerwehrmann mit Rettungsspreizer, der gerade die Beifahrertür eines deformierten PKW öffnete. Dazu der Spruch: ‚Auch du kannst was bewegen‘. „Den Spreizer kann mit ein wenig Übung jeder benutzen“, verdeutlicht Merten die Botschaft.

Einen witzigen Text in Form einer Stellenausschreibung druckte man in verschiedenen Zeitungen. „Im Oktober ging dann unsere Facebook-Seite online“, so Scholz. „Damit haben wir unsere Reichweite um ein Vielfaches erhöht und können gezielt junge Leute erreichen. Gleichzeitig sinkt die Hemmschwelle uns zu kontaktieren“. Ebenfalls überraschte der heimische Bäcker. Mitgliederwerbung hat man auch auf Brötchentüten gedruckt. „Mit solchen Kommunikationskanälen rechnet niemand, so wird die Wirkung verstärkt“, glaubt Scholz.

In Facebook nutzte man das Hashtag „#WirFürSchillingen“. Hashtags sind ein Mittel um Schlagworte hervorzuheben. An St. Martin und erstem Mai war man auch präsent. „Da hat man die Tradition für sich genutzt“, so Ehrenwehrleiter Bruno Merten zur Ausrichtung eines Adventsfensters. Modern zeigte sich die Wehr am Rosenmontagsumzug 2018 in Schillingen bei der Präsentation ihrer Feuerwehr-Drohne. An der Kappensitzung wurde die Aktion mit Sprüchen wie „Ist deine Frau mal wieder quer, geh zur Schillinger Feuerwehr“, abschließend in Erinnerung gerufen.

„Ehrenamtlich zu helfen war für mich der Grund beizutreten. Hilfsbereitschaft ist heutzutage leider nicht mehr selbstverständlich.“, teilt uns Florian Heubaum mit. Er ist seit Oktober Feuerwehrmannanwärter und bereut es, nicht früher zur Feuerwehr gegangen zu sein.

Die Arbeit und Mühe hat sich gelohnt. 9 neue Kameraden unterstützen jetzt die Schillinger Wehr. Alle sind Quereinsteiger und kamen aufgrund der Kampagne, sind eingekleidet und für Lehrgänge gemeldet. „Platz für Interessenten gibt es aber nach wie vor“, bekräftigt Merten. Auch weiterhin könne jeder unverbindlich bei der Feuerwehr Schillingen vorbeikommen und sich den Feuerwehrdienst anschauen, auch wenn er dann feststelle, dass ihm das Ehrenamt keinen Spaß mache. Aktuell bekommt man in den ortsansässigen Gaststätten seine Getränke auf Bierdeckeln mit Werbemotiv serviert.