Katastrophale Zustände nach schweren Unwettern in Eifel, Sturzflut in Dudeldorf

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Schwere Unwetter zogen am Abend über die Eifel. Mehr als 900 Einsatzkräfte sind stundenlang im Einsatz. Besonders getroffen wird Badem und Dudeldorf

Dudeldorf. Nichts geht mehr am frühen Abend in den Verbandsgemeinden Bitburg- Land, Südeifel und der Stadt Bitburg. Gegen 18 Uhr begann es über der Eifel zu regnen. Und es hörte nicht mehr auf. Auf dem Radar des deutschen Wetterdienstes konnte man sehen, dass sich die Zelle kaum fortbewegte und quasi über dem Eifelkreis stehen geblieben ist. Sintflutartige Regenfälle über einen längeren Zeitraum. Und es dauerte auch nicht lange bis die ersten Feuerwehrheinsätze kamen. Doch es kam noch katastrophaler. Sturzfluten bildeten sich von Feldern, besonders dort wo Mais angepflanzt war. In Bitburg- Irsch wurde ein Aussiedlerhof komplett von einer Schlammlawaine überrollt. Die Wassermassen flossen ungehindert ins Tal Richtung Bitburg- Erdorf. Hier war zunächst der Schwerpunkt der Unwetterauswirkungen. Aus allen Richtungen ergossen sich das Wasser durch Gärten, Häuser, Garagen und Keller. Sturzfluten mit großen Ästen und schweren Steinen bedeckten Bundes- und Landstraßen und machten diese unpassierbar. Selbst für anrückende Einsatzkräfte wurde dies zu einer Gefahr. Viele Straßen mussten durch die Feuerwehren, Polizei und den LBM komplett gesperrt werden. Zuggleise wurden im Bereich Erdorf unterspült. Der Zugverkehr auf der Eifelstrecke wurde daraufhin komplett eingestellt. Die A60 zwischen der AS Spangdahlem und AS Badem wurde komplett überschwemmt und musste voll gesperrt werden.




Um 20:40 Uhr wurde die Alarmstufe 4 ausgerufen. Die technische Einsatzleitung wurde unter der Leitung des Landrates aufgebaut. Mittlerweile waren alle Verbandsgemeinden vom Unwetter betroffen. Zahlreiche Straßenzüge in Wohngebieten unter anderem in Bitburg und Badem standen unter Wasser. Unzählige Häuser wurden überflutet. Das Telefonnetz fiel aus oder war überlastet.
Gegen 20:30 Uhr erreichte Dudeldorf eine Flutwelle, wie sie die Bewohner noch nicht erlebt haben. Vom „Langenbach“ aus und den oben gelegenen Feldern ergoss sich eine fast 2 Meter Sturzflut. Bewohner der Ordorferstraße berichten, dass binnen zehn Minuten alles überflutet wurde. Ein Autofahrer ist mit seinem BMW unterwegs und wollte um die Ecke der Ordorferstraße fahren und wird völlig von der Wucht des Wassers überrascht. Im letzten Moment konnte er aus dem Fahrzeug aussteigen und sich in Sicherheit bringen. Das Auto wird von der Flutwelle mitgerissen. Viele weitere Autos werden wie Streichholz hochgehoben und gegen Häuser und Straßenlaternen gedrückt. Dramatische Szenen spielen sich dann ebenfalls in der genannten Straße ab.




Zwei Fahrzeuge werden aufeinander geschoben. Die machtlosen Einsatzkräfte und zahlreiche Bewohner sehen es in sicherer Entfernung mit an. Die Motoren liefen noch. So wurde vermutet das Personen noch im Auto sind sich in einer Notlage befinden. Mit einem schweren Bagger versuchen die Feuerwehrleute zu den Autos zu kommen und diese zu kontrollieren. Die Zwei Fahrer konnten sich auch hier in letzter Sekunde auf ein Garagendach retten und sind nun vom Wasser eingeschlossen. Alle Bewohner der betroffenen Straßen Ordorferstraße, Am Mühlenberg, Pickfließemerstraße, Hauptstraßeund Herforsterstraße werden zeitweise in ihren Häusern eingeschlossen und begeben sich in die oberen Stockwerke. Dudeldorf wurde sehr schwer getroffen, hier entstand ein enormer Schaden. Unzählige Autos liefen komplett voll, ebenso Wohnhäuser und Geschäfte. Die Aufräumarbeiten werden wohl noch tagelang andauern.




Um 00:45 Uhr wurde die Alarmstufe 4 aufgehoben, jedoch der Einsatz der Feuerwehren war noch lange nicht beendet. Insgesamt waren mehr als 900 Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW, DRK, DLRG, Bundeswehr und Polizei aus dem Eifelkreis Bitburg- Prüm im Einsatz. Unterstützt wurden die Kräfte von Einheiten aus Bernkastel- Wittlich, Trier- Saarburg und der Berufsfeuerwehr Trier.
Während man in der Eifel langsam aufatmete, wurde es in der VG Trier- Land und Trier brenzlig. In Kordel wurde die Feuerwehr alarmiert um den Hochwasserschutz aufzubauen. Um 22 Uhr lag der Pegel der Kyll in Kordel noch bei 85 cm und eine Stunde später bei 185 cm. Einen Anstieg von einem Meter. Das setzte die Einsatzkräfte in Alarmbereitschaft. Die Kyll stieg schließlich bis um 1 Uhr am Sonntagmorgen auf den Höhepunkt von 369 cm. In Trier- Ehrang drohte ein Kraftwerk überflutet zu werden. Die Berufsfeuerwehr sicherte diese mit Sandsäcken. Bis zum Sonntagvormittag fielen jedoch alle Bäche und Flüsse.

(Blaes)