Ausnahmezustand in Losheim: Globus – Onlinehandel in Vollbrand, 330 Einsatzkräfte vor Ort, 3000 m² Halle verbrennt, Kilometerweite Rauchsäule, Feuerwehrmann verletzt

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Losheim. Es ist kurz nach 17 Uhr als die Anwohner von Losheim durch einen lauten Knall auf einem Großbrand aufmerksam gemacht werden. Zeitgleich fährt zufällig eine Polizeistreife durch die Saarbrückerstraße.

Im Online- Handel des Globus in Losheim ist ein Feuer ausgebrochen. Meterhohe Flammen schlagen innerhalb Sekunden in den Himmel. Eine Riesen Rauchwolke, Kilometerhoch zieht in Richtung Wadern/ Nordsaarland.

Schnell sind die ersten Einsatzkräfte vor Ort. Ein Innenangriff wird unmöglich sein. Das Feuer kann nur von außen zunächst bekämpft werden. Kaum haben die ersten Löscharbeiten, unter schwerem Atemschutz, begonnen, wurde es auch schon gefährlich. Es kommt zu mehreren Explosionen. Es ist unklar, was alles in der großen Halle gelagert ist. Fest steht das alles was man online kaufen kann, dort gelagert ist. Darunter auch gashaltige Geräte, Farben/ Lacke und gefährliche Baustoffe. Größtmögliche Vorsicht für alle Rettungskräfte.

Von Minute zu Minute treffen immer mehr Feuerwehrfahrzeuge an der Einsatzstelle ein. Nach der ersten Erkundung vor Ort wurde Großalarm ausgelöst.

Ausnahmezustand in Losheim: Es kommt zu weiträumigen Sperrungen. Mit vier Drehleitern versucht man das Feuer von oben einzudämmen. Am hinteren Trakt der Halle wurden Bäume kurzerhand weg geschnitten. Dort kommen mehrere Löschfahrzeuge zum Einsatz. Der Brand breitete sich im Inneren weiter aus. Die Fenster Borsten, Flammen schlagen aus. Unterdessen kommen weitere Feuerwehrkräfte zum Einsatz, die sämtliche Hydranten, auch hunderte Meter entfernt, benutzen müssen. In kurzer Zeit werden dutzende Liter Wasser eingesetzt, so wurde eine stabile Wasserleitung gelegt. Weiterhin hatte die Stadt Losheim die Wasserschleuse des Losheimer Stausee weiter geöffnet. Bedingt durch die lange Trockenheit führte ein nahegelegener Bach Niedrigwasser. Durch das öffnen der Schleuse wurde der Wasserspiegel angehoben und Wasser zur Brandbekämpfung benutzt.

Der Rettungsdienst baut eine Zeltversorgung auf. Hitze und Feuer gehen an die Substanz der Einsatzkräfte. Getränke und Essen wird zur Verfügung gestellt. Die SEG Verpflegung bereitet 200 Eintöpfe vor. Zeitgleich spendiert der Globus mehr als 150 Pizzen, einer nahegelegenen Pizzeria. Weiterhin wurden alle Lebensmittel, die für die Einsatzkräfte benötigt wurden zur Verfügung gestellt.

Nach mehr als 2,5 Stunden sind mehr als 20 Strahlrohre im Einsatz um das Feuer einzudämmen. Mit vereinten Kräften wird ein Ausbreiten auf den danebenliegenden Globus Baumarkt verhindert. Ebenso liegt ein Propangaslager neben dem Brandobjekt. Dieses wurde ständig gekühlt und erfolgreich geschützt.

Am späten Abend stürzten schließlich große Teile der Außenwand ein. Sie fielen auf die, am löschenden, Feuerwehrleute. Einer wurde dabei leicht Verletzt.

Mit vier Messfahrzeugen der Feuerwehr wurden Schadstoffmessungen in den umliegenden Ortschaften gemacht. Dort konnte jedoch schnell Entwarnung gegeben werden.

Trotzdem wurden die Anwohner mit Lautsprecherdurchsagen aufgefordert ihre Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Um Mitternacht rückt das THW des Saarlandes mit großem Gerät an. Zwei Schneisen wurden im hinteren Bereich der Halle mit Bagger errichtet. So konnten die Feuerwehrleute besser das Feuer bekämpfen. Im vorderen Bereich wurde die Halle teilweise eingerissen. Eine Brandbekämpfung mit enormen Wasserdruck konnte erfolgen.

Erst nach 10 Stunden gegen 3 Uhr am Montagmorgen war das Feuer unter Kontrolle. Eine weitere Brandwache von 30 Einsatzkräften wurde errichtet.

Am Montagvormittag kommen Führungskräfte und Verantwortliche von Globus zusammen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Fest steht, das es noch viele Glutnester im Inneren gibt. Weiterhin steigt auch noch eine Rauchsäule auf. Ein Betreten ist unmöglich.

Die 3000 qm2 große Halle brannte vollständig nieder.

Der Schaden dürfte sich, laut Polizei, im Millionenbereich bewegen. Am Montagmittag werden Brandermittler ihre Arbeit aufnehmen können.

Zeitweise waren mehr als 330 Einsatzkräfte der Löchbezirke aus dem gesamten Landkreis Merzig- Wadern, Landkreis Saarlouis und St. Wendel im Einsatz. Sowie die komplette SEG des Nordsaarlandes im Einsatz.

Im einzelnen: Losheim, Bachem, Bergen, Britten, Hausbach, Mitlosheim, Niederlosheim, Rimmlingen, Rissenthal, Scheiden, Wahlen, Waldhölzbach, Nunkirchen, Mettlach, Merzig, Schmelz, Weiskirchen, Wadern, Oberleuken, St. Wendel und Perl.

Malteser Nunkirchen, Niederlosheim und Merzeig. Das DRK Merzig- Wadern, die SEG Hochwald Saar.

Das THW aus Wadern, Rehlingen- Siersburg und Spiesen- Elversberg.

ABC Erkunder Merzig- Wadern und die Polizei Nordsaarland.

Täglich kommen hunderte Menschen aus der Region Trier zum Einkauf in den Globus Losheim. Er ist weither bekannt, als die größte Einkaufsmöglichkeit, vor allem für den Hochwald.

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