Großbrand auf Sievenicher Hof: Feuer zerstört Stallungen und Scheune, 100 Einsatzkräfte im Einsatz, keine Tiere verletzt, ein Feuerwehrmann leicht verletzt (40 Bilder)

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Trier. Ein großer Feuerschein ist bereits aus zehn Kilometer Entfernung über Trier zu erkennen, als zahlreiche Feuerwehrautos gegen 21:55 Uhr die B 51 /Bitburgerstraße Richtung Aach hochfahren.

Teile des, unter Denkmal stehenden, Sievenicher Hof stehen in Vollbrand. Meterhohe Flammen schlagen in den Himmel. Stallungen und Scheunen stehen in Flammen. Einer der Bewohner, Lothar Glieden, erzählt das er noch eine Runde um den Hof drehen wollte, als er die Flammen im Stall sah. Sofort wurde der Notruf abgesetzt.

Umgehend beginnen die Löscharbeiten um noch schlimmeres zu verhindern. Mit der Drehleiter im Innenhof wird ein direkt angrenzendes Wohnhaus vor den Flammen geschützt. Jedoch wird es stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Bewohner konnten sich, nach Brandausbruch unverletzt ins Freie retten. Ebenso konnten im letzten Moment zehn Pferde aus dem brennenden Stall gerettet werden. Sie werden auf eine nahe gelegenen Koppel geführt. Auf dem Hof sind in weiteren Stallungen zahlreiche Pferd unter gebracht, die vorsichtshalber auch alle auf die Weiden gebracht werden.

In Sekundenschnelle breitet sich das Feuer auf einen großen Heustall aus. Dort lagen etwa 100 Heuballen. Mit mehreren Strahlrohren wird unter Atemschutz das Feuer von außen bekämpft.

Schwierigkeiten bereiten den Einsatzkräften die Wasserversorgung. Weitere Feuerwehreinheiten mit wasserführenden Fahrzeugen werden alarmiert. Ein Pendelverkehr wird eingerichtet. Die Einsatzfahrzeuge fahren in das Industriegebiet um aus einem Hydranten Wasser aufzunehmen. Anschließend wird an der Einsatzstelle die Wasserversorgung hergestellt. Weiterhin wird aus einem nahegelegenen Weiher das Wasser entnommen.

Nach und nach wird eine mehr als 1,5 Kilometer weite Wasserleitung vom Industriegebiet Sirzenich bis zum Aussiedlerhof gelegt. So entsteht eine konstante Wasserversorgung.

Weiterhin macht ein Gastank ,der im Hinterhof steht, den Einsatzkräften sorgen. Unter ständiger Beobachtung wird dieser gekühlt.

Nach etwa zwei Stunden ist das Feuer soweit unter Kontrolle aber noch lange nicht gelöscht. Das Dach ist mittlerweile vollkommen abgebrannt oder eingestürzt.

Große Vorsicht ist bei den Außenwänden geboten. Laut Einsatzleiter Sven Ney ist das Gebäude einsturzgefährdet und darf nicht betreten werden.

Da der betroffene Bereich unter Denkmalschutz steht, ist ein einreißen nicht so einfach möglich. Zudem ist unter der brennenden Scheune ein alter Gewölbekeller.

Unterdessen wurde die SEG der Stadt Trier für die Verpflegung der Einsatzkräfte alarmiert. Mit mehreren Fahrzeugen werden Kistenweise Getränke und heißer Kaffee gebracht. Später auch eine Suppe zur Stärkung.

Während der Löscharbeiten wurde schließlich ein Feuerwehrmann aus dem Landkreis Trier – Saarburg leicht verletzt. Er kam in ein Trierer Krankenhaus.

Gegen Sonnenaufgang waren die größten Löscharbeiten abgeschlossen. Weiterhin werden aber Glutnester im inneren des Heus erwartet.

Am frühen Freitagvormittag sollen, laut Einsatzleiter, dann Statiker, Bautechniker, Behörden und Vertreter vom Denkmalschutz entscheiden, wie es weiter gehen sollen. Bis dahin wurde eine Brandwache errichtet.

Die L 44 wurde zwischen der Abfahrt B 51 und Aach für den Verkehr voll gesperrt.

Brandermittler der Polizei haben noch in der Nacht ihre Arbeit aufgenommen. Noch ist völlig unklar wie es zu dem verheerenden Feuer kommen konnte. Ebenso kann die Schadenshöhe noch nicht beziffert werden.

Im Einsatz waren etwa 100 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr Trier Wache I und II, die Löschzüge Pfalzel, Biewer und Euren. Die Feuerwehren aus Aach, Newel und Konz. Der Organisatorische Leiter (OrgL) und der Leitende Notarzt (LNA), die SEG Verpflegung der Malteser Trier – Irsch, ein Rettungswagen zur Bereitstellung, die Polizei und der LBM. Der Löschzug Stadtmitte und die Freischicht der Berufsfeuerwehr hat die Hauptfeuerwache besetzt.

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